Taucherparadies im österreichischen Salzkammergut
© 2008 Harald Slauschek (
H2O-Photography)
Der Attersee hat sich in den letzten Jahren zu einer Art Süßwasser-Tauchmekka entwickelt.
Und das zu Recht.
Er ist für Taucher die sich mit ihm noch nicht auseinandergesetzt haben, nur ein weiteres Tauchgewässer. Nach den ersten genaueren Blicken, fasziniert er jedoch sofort.
Er bietet, wenn man auch seine Zuflüsse und die Gebirgsbäche in der näheren Umgebung berücksichtigt, alles was das Taucherherz im Süßwasser begehrt. Versprochen!
Der Attersee ist mit rund 46m² das größte Gewässer das zur Gänze innerhalb Österreichs liegt. Durch seine große Maximaltiefe von 169m enthält er mehr Wasser (ca. 4 Mrd. m³) als flächenmäßig größere Seen, wie zum Beispiel der Chiemsee in Bayern.
Eingebettet in die wunderschöne Umgebung des oberösterreichischen Salzkammerguts, die auch mit reizvollen Bergen nicht geizt, kann der mit Trinkwasserqualität gesegnete Attersee, mit Sichtweiten bis zu 25m aufwarten. Das, seine vielfältigen, taucherisch beeindruckenden Uferregionen und die verkehrstechnisch günstige Lage, machten ihn zum Superstar bei vielen Süßwassertauchern.
Die jährlich rund 100.000 Tauchgänge die im Attersee gemacht werden, unterstreichen das eindrucksvoll.
Taucherfreundliche Region
Natürlich ist dieser riesige Erfolg nicht nur auf die „natürlichen“ Ressourcen zu reduzieren.
Es braucht wesentlich mehr: Good will und großes, kreatives Engagement von vielen handelnden Personen. Und davon sind in der Region Attersee einige vorhanden.
Harald Hois, Geschäftsführer der Oberösterreich-Werbung bringt es auf den Punkt: „Der tauchende Gast soll ideale Bedingungen zum Ausüben des Tauchsports in der Region Attersee vorfinden! Und dazu gehören nicht nur ein paar Tauchbasen und Tauchschulen.“
Deshalb wurde vor ein paar Jahren der Verein „Tauchkompetenzzentrum Attersee“ (TKZ) gegründet. Eine europaweit bis dato einzigartige Initiative für den regionalen Tauchsport.
Mitglieder sind Unternehmen und Vereinigungen aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Tourismus und natürlich Tauchen.
Alle ziehen an einem Strang, sogar Mitbewerber sitzen an einem Tisch und arbeiten konstruktiv an einer ständigen, positiven Weiterentwicklung der Region.
Und es wurden bereits einige Projekte erfolgreich abgeschlossen:
- Übersichtliche Beschilderung aller offiziellen Taucheinstiegsstellen. Auf diesen Schildern befinden sich jeweils die grafische Darstellung des Tauchplatzes und die dazugehörige Beschreibung.
- Professioneller, informativer Internetauftritt des Tauchkompetenzzentrums Attersee.
- Hochglanzkatalog mit allen wichtigen Infos zum Tauchen, Nächtigen, Essen und Trinken in der Region Attersee. Inklusive detaillierter Tauchplatzbeschreibungen mit aussagekräftiger, grafischer Darstellung.
- Möglichst viele Tauchzonen mit den zuständigen Stellen ausverhandeln (gemeinsam mit der ARGE Tauchen Österreich, die sich dafür seit vielen Jahren engagiert).
- Promotion der DiveCard der ARGE Tauchen Österreich. Dadurch Tauchgenehmigung in vielen Gewässern der Region und Versicherungsschutz für Sporttaucher.
Imposante Zukunftsaussichten
Da Stillstand bekannter Weise meist Rückschritt bedeutet, gibt es intensive Bestrebungen um die Führungsposition der Region Attersee auszubauen.
Bei den aktuell in der Planungs- und Realisierungsphase befindlichen Projekten, beginnen Taucherherzen sofort höher zu schlagen.
Hier die Highlights:
- Optimierung aller offiziellen Einstiegsstellen durch Stiegen bzw. Leitern.
- Einrichtung eines Unterwasserparcours für verschiedenste Ausbildungen (z.B. Tarierung und Navigation). Die Sensation wird dabei sein, dass die komplette Höhlentauchausbildung (Full Cave) in einem Tunnelsystem im Attersee möglich gemacht wird.
- Versenkung eines großen, betauchbaren Wracks als neue Tauchattraktion und für die Ausbildung zum Wracktaucher.
Tauchbedingungen
Der Attersee ist ganzjährig betauchbar, wobei die besten Tauchbedingungen im Frühjahr und insbesondere im Herbst vorzufinden sind. Da können die Sichtweiten bis zu 20m betragen.
Für besonders kälteresistente Tauchenthusiasten ist jedoch auch der Winter sehr interessant. Da werden die Sichtweiten noch ein wenig besser und erreichen durchaus bis zu 25m.
Im Sommer sind die Sichtverhältnisse in den oberen Schichten des Attersees durch die frühsommerliche Algenblüte reduziert. Im Vergleich zu anderen binnenländischen Gewässern, sind sie aber mit bis zu 10m, für diese Jahreszeit noch immer ausgezeichnet. Wobei die Temperatur an der Oberfläche, dann auch 22°C übersteigen kann und zum Baden und Schwimmen einlädt.
In der warmen Jahreszeit sinkt die Temperatur ab ungefähr 20m auf 4-6°C, daher ist ein Trockentauchanzug bei tieferen Tauchgängen nicht verkehrt. Insbesondere im Frühjahr, Herbst und Winter wird seine Verwendung fast zur Pflicht, wenn längere Tauchgänge auch im Flachwasser angesagt sind.
Im Vergleich zu anderen tieferen Seen, dringt das Tageslicht im Attersee, sogar in der planktonreichen Zeit, in Tiefen bis zu 60m vor. Es wird also nicht wirklich dunkel, eine Tauchlampe ist trotzdem sehr zu empfehlen.
Der Fischbestand des Attersees setzt sich aus über 20 Arten zusammen. Die bei Tauchern beliebtesten sind dabei Aalrutte, Barsch, Forelle, Hecht, Karpfen und Zander.
Der Pflanzenbewuchs ist nicht so beeindruckend, umso mehr jedoch das Felsgestein und die imposanten Gesteinsformationen im Bereich der Steilwände.
Wichtig: Tauchgangsplanung
Immer wieder kommt es, insbesondere in tiefen Seen, leider zu schweren, manchmal sogar tödlichen Unfällen. Das bringt neben menschlichen Tragödien natürlich auch sehr negative Schlagzeilen.
Warum taucht der Attersee diesbezüglich so häufig in diesen auf?
Dafür gibt es hauptsächlich zwei Gründe.
Einer davon ist die große Beliebtheit des Gewässers und die dadurch wesentlich höhere Anzahl an Tauchgängen die alljährlich hier absolviert werden. Wo mehr getaucht wird, kann auch mehr passieren.
Einen zweiten Grund liefern die zahlreichen, faszinierenden Steilwände, die sich oft senkrecht in der dunklen Tiefe verlieren, in Kombination mit den tollen Sichtweiten und der großen Tageslichteindringtiefe. Sie verleiten unvorsichtige aber auch ungeübte Taucher dazu, in Tiefen vorzudringen die für sie nicht geeignet sind und somit große Probleme bringen können.
Wenn dann etwas nicht passt, entsteht schnell Stress, daraus resultiert manchmal eine nicht mehr kontrollierbare Situation, die letztendlich zu Panik führen kann.
Wie kann eine Problemsituation vermieden werden?
Wenn man schon vom „Steilwandvirus“ befallen ist, dann sind die wichtigsten Aspekte wahrscheinlich, eine entsprechende, hochqualitative Ausbildung, adäquate Ausrüstung, Erfahrung und insbesondere die richtige Selbsteinschätzung. Dazu kommt dann noch die Kenntnis der aktuellen Tauchbedingungen im See. So sind persönliche Tiefengrenzen vorab wesentlich seriöser festlegbar. Und diese sollten während des Tauchgangs auf keinen Fall nach unten erweitert werden. Eher umgekehrt, wenn irgendetwas Unvorhergesehenes eintritt.
Abgesehen davon, spielt sich das pulsierende Leben sowieso nur in den oberen Schichten des Attersees ab. Mehr als 15-20m Tauchtiefe machen in diesem Fall wenig Sinn. Die Tiefengrenze für Sporttaucher ist auf 40m festgelegt, manche Tauchbasen haben eine freiwillige Selbstbeschränkung auf eine Tauchtiefe von maximal 30m.
Tauchplätze ohne Ende
Die kilometerlangen Tauchzonen rund um den See übertreffen bei weitem die wenigen Tauchverbotsbereiche und bieten schier unendlich viele Tauchplätze. Offiziell sind zwar „nur“ 26 Tauchplätze ausführlich dokumentiert, wer jedoch die Lust hat etwas abseits dieser abzutauchen, kann dies gerne tun.
Die meisten Tauchplätze befinden sich im Bereich des Ost- und Südufers. Dort befinden sich viele schöne Steilabfälle und faszinierende Steilwände. Einige gehen senkrecht in die Tiefe und haben für viele Taucher eine offenbar bewusstseinserweiternde Wirkung.
Besonders interessante Tauchplätze:
- Kohlenbauernaufsatz
- Tolle Steilwand von 17-33m und schöner Flachwasserbereich
- Wandl
- Versunkene Wurzelstöcke, Bäume, große Felsblöcke und kleinere Felszunge, die von 20-30m reicht
- Unterwasserwald Kammer
- Imposanter Unterwasserwald von 13-30m, sowie schöner, meist dichter Bewuchs im Seichtbereich
- Schwarze Brücke
- In mehreren Stufen bis auf über 100m Tiefe abfallende, schöne, strukturierte Steilwand
- BMW Dixi
- In 5m Tiefe liegendes Oldtimerwrack, in 13m Tiefe ruhende Segeljolle, mehrere Autoreifen, Wurzelstöcke und viele Fische
Für Anfänger und Tech-Taucher geeignet
Die Vielfalt der Tauchplätze und der Art des Tauchens ist am Attersee einzigartig. Anfänger, Sporttaucher, Tech-Taucher und Berufstaucher finden hier individuell passende Voraussetzungen.
Selbst die Tauchanbieter haben z.T. ihre Schwerpunkte unterschiedlich festgelegt.
Die Austrian Divers in Unterach, sehen ihre Schwerpunkte bei der optimalen Betreuung der Sporttaucher und im Handel von hochwertigem Tauchequipment. Die sympathische Inhaberin, Christine Acker, von Ihren Mitarbeitern, mit einem demutsvollen Schmunzeln, „Herrin“ genannt, konkretisiert ihre Marktausrichtung: „Wir stehen für Spaß, Freundlichkeit, Gemütlichkeit, professionelle Beratung und Sicherheit. Darauf legen wir großen Wert und zu unseren Tauchgästen haben wir meist einen langjährigen, freundschaftlichen Kontakt.“
Die Tauchschule und Tauchbasis Nautilus in Weyregg, hat ihre Kernkompetenz im Bereich der Ausbildung. Und die geht viel weiter als normalerweise üblich. Hier kann vom Sporttaucher bis hin zum Berufs- und Einsatztaucher, jegliches Ausbildungsprogramm absolviert werden. Nautilus ist die einzige deutschsprachige, international anerkannte Berufstaucherausbildungsstätte und seit Juli 2008, das erste offizielle Aqualung Testcenter. Robert Eder und Armin Leeb, die beiden Besitzer unisono: „Bei uns kommen Sporttaucher und natürlich speziell Tech-Taucher, voll und ganz auf ihre Rechnung. Auf unser Ausbildungszentrum sind wir ganz besonders stolz!“
Flusstauchen in der Umgebung
Eine tolle Ergänzung zum Tauchen im Attersee, ist das Betauchen der Flüsse und Gebirgsbäche in der näheren Umgebung.
Am berühmtesten ist dabei die Traun, insbesondere der nördlich vom Attersee gelegene Traunfall. Die Möglichkeiten des Flusstauchens, Scubens und Canyonings dort, sind europaweit bekannt.
Oft übersehen werden jedoch die mehr oder weniger großen Gebirgsbäche, wie beispielsweise der Weißenbach, der Gimbach oder der Höllbach. Die immer wieder auftretenden Gumpen und Becken, in denen sich ausreichende Wassermengen sammeln, sind wunderschön zu betauchen. Der einzige Wehrmutstropfen dabei ist der oft mühsame und schwierige Auf- oder Abstieg zu den entsprechenden Plätzen.
Und wenn das Tauchen einmal nicht möglich ist, kann meist ohne Probleme geschnorchelt werden.
Ein ganz besonderes Highlight ist das Tauchen unter natürlichen Wasserfällen oder künstlichen Wehren. Das kann richtig süchtig machen.
Sonstige Highlights der Region
Die Region Attersee bietet fast alle Wassersportaktivitäten die es gibt. Doch abgesehen davon ist auch das Angebot im Bereich der Kunst, Kultur und Kulinarik sehr hochwertig und umfangreich.
Kulinarisch hervorzuheben sind ganz besondere Schmankerl wie der „Bratl in der Rein“, die Mostpofese, die feine Ottet-Schokolade, der Topfenstrudel und natürlich leckere Fische aus dem Attersee, wie beispielsweise der Saibling, die Forelle oder der Hecht.
Fazit
Divers Heaven im Süßwasser ist eindeutig der Attersee inklusive der Gewässer in seiner näheren Umgebung. Hier kommt jeder kaltwassertaugliche Taucher auf seine Rechnung.
Daten zum Attersee:
- Seehöhe: 469m
- Fläche: 46,20km²
- Größte Tiefe: 169m
- Mittlere Tiefe: 85,15m
- Volumen: 3,94 Mrd. m³
- Maximale Länge: 19,35km
- Maximale Breite: 3,48km
- Wassererneuerungszeit: 7,13 Jahre
Weitere Informationen:
- Tauchkompetenzzentrum Attersee (TKZ)
Nußdorfer Straße 15
A-4864 Attersee
Tel: +43-7666-7719
Fax: +43-7666-771919
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- Informationen zum Wassersport in Oberösterreich
© 2008 Harald Slauschek (
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